Autorenmarketing im Web - hilfreich oder unnütz? Blogparade
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Eines meiner Blogging-Ziele für 2015 ist es, mich mehr an Blogparaden zu beteiligen. Deshalb war ich im Internet auf der Suche nach einer Übersicht, in der die aktuell laufenden Blogparaden aufgelistet sind. Ihr habt auch schon danach gesucht? – Dann hier entlang. So wurde ich auf die Blogparade „Autorenmarketing im Web – Hilfreich oder unnütz?“ von Vera Nentwich aufmerksam. Ihr wisst, Bücher haben es mir angetan und seit ich auf meinem Blog auch über Bücher schreibe, zähle ich einige Autoren zu meinem Netzwerk

Autorenmarketing im Web - Hilfreich oder unnütz?Seit ich blogge, bin ich immer wieder mit Autoren in Kontakt und da sie wissen, dass ich mich intensiv mit Social Media beschäftige, kommen wir früher oder später oftmals auch auf Autorenmarketing im Social Web zu sprechen. Ich werde z.B. gefragt, ob ich es denn für sinnvoll halte, dass sich Autoren in den sozialen Medien bewegen. Braucht man als Autor ein Blog? Sollte man eine Facebook-Autoren-Seite aufmachen? usw.

Die Blogparade ist sowohl an Autoren als auch an Buchblogger gerichtet und ich habe bisher noch keinen der Beiträge gelesen. Das halte ich immer so, denn ich will mich nicht durch andere leiten lassen. Nun bin ich keine Autorin und als Buchbloggerin zähle ich mich auch nicht so ganz. Aber ich bin Marketerin und kann deshalb an dieser Stelle gut meine Sichtweise mit einbringen.

Autoren haben beste Voraussetzungen. Warum?

Autoren sind Autoren: weil sie 1.) etwas zu erzählen haben, 2.) weil sie Spaß am Schreiben haben, 3.) weil sie in der Regel das Schreiben beherrschen.

Diese Personengruppe hat also die perfekten Voraussetzungen, um auch in den sozialen Medien aktiv zu werden und sich als Autor bekannt zu machen.

Aber Vorsicht!

Und das gilt generell für alle, ob Autoren, Verlage, Kosmetikartikelhersteller usw., die sich in den sozialen Medien bewegen. Nichts ist schlimmer als wenn jemand seine Seite mit Selbstbeweihräucherungen überseht. „Ich bin so toll!“, „Ich habe die besten Geschichten“ will keiner lesen. Darüber möchte man sich als Leser selbst ein Bild machen. Für die Darstellung der eigenen Vorteile (unique selling point) gibt es die klassischen Medien. Social Media bedeuten Kommunikation, und zwar in diesem Fall mit den Lesern, Buchhandlungen, Lesungsveranstaltern, Verlagen.

Warum Autorenmarketing im Social Web?

Der stärkste Motivator sich als Autor in den sozialen Medien zu bewegen, wird wohl die Bekanntheitssteigerung sein. Es ist ein weiterer und darüber hinaus extrem schneller Kanal, um auf sich und seine Publikationen aufmerksam zu machen.

Wenn man daran denkt, was Anzeigenplätze in Magazinen, Broschüren, Flyer usw. kosten, sind Social Media auch ein sehr preiswertes Marketingtool. Ein gut gemachter Post kann sich ohne großes Zutun viral im Netz verbreiten und Aufmerksamkeit erregen. (Hoffentlich positiver Natur).

Brauche ich nun aber als Autor unbedingt eine Facebook-Seite?

Von mehreren Autoren habe ich jetzt schon gehört, dass ihnen der Verlag, der sie verlegt, angeraten hat, auch eine eigene Facebook-Seite zu betreuen. Manchmal gibt der Verlag dabei Starthilfe und richtet die Seite ein.

Braucht man nun aber als Autor unbedingt diesen Social Media Kanal? Diese Frage kann man natürlich nicht so pauschal beantworten. Ich stelle dann immer folgende Fragen:

  1. Magst du Facebook? Hast du Freude daran oder ist dieses Netzwerk für dich negativ behaftet?
  2. Wer sind deine Leser bzw. wer meinst du sind deine Leser? Halten sich diese bei Facebook auf?

Wer die erste Frage mit nein beantwortet und Facebook verteufelt, der wird sich wahrscheinlich schon ob seiner Überzeugung dort nicht anmelden. Aber selbst wenn, es würde einfach keinen Sinn machen. Denn Facebook muss Spaß machen, wenn man es richtig angehen möchte. Jedem Post, der mit Unlust geschrieben wurde, merkt man das an und es wird also auch nicht zu der gewünschten Resonanz führen. Das frustriert dann und man lässt es sein. Die Folge: ein verwaister Facebook-Auftritt.

Da sich bei Facebook viele Endkonsumenten aufhalten, ist bei den meisten Autoren davon auszugehen, dass sie hier auf ihre potentiellen Leser aber auch treue Leser treffen. Außerdem sind auch viele Buchhändler inzwischen mit eigenen Unternehmensseiten hier präsent mit denen man sich vernetzen kann.

Wer also Spaß an Facebook hat, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen. Warum ich Autoren zu einer Facebook-Seite rate, habe ich früher schon einmal geschrieben. Gegenüber einem Facebook-Profil bietet es einige Vorteile, auch wenn Autoren zu den wenigen gehören, die ihr Profil auch für ihre schreiberischen Aktivitäten nutzen dürfen.

Was sollte ich auf meiner Facebook-Autorenseite posten?

Eine Facebook-Seite sollte wie oben beschrieben auf keinen Fall der eigenen Beweihräucherung dienen. Na klar, Eigenwerbung ist erlaubt, aber bitte in Maßen. Facebook-Seiten sollen unterhalten und dem Fan einen Mehrwert bieten. Was kann man als Autor also posten?

  • Den Leser am Entstehungsprozess einer neuen Publikation teilhaben lassen
  • Den Leser zum Mitmachen auffordern. Ich denke da gerade an einen Autoren, der vor einigen Tagen seine Fans dazu aufrief, die Namen von zwei Nebendarstellern vorzuschlagen. Ein grandioser Erfolg mit mehr als 90 Kommentaren. Es war zwar mit einem Buchgewinn verknüpft, ich bin aber überzeugt davon, dass das nicht der ausschlaggebende Grund war
  • Blick hinter die Kulissen gewähren: Wie arbeitet ein Autor? Wie sind seine Schreibgewohnheiten? Wer steckt hinter dem Gesicht?
  • Termine bekannt geben: Wo trifft man mich? Wo werde ich signieren oder lesen?
  • Links zu Buchbesprechungen, Lesungsbesprechungen, Zeitungsartikeln teilen, also auch den Netzwerkgedanken bedienen
  • Fragen stellen und zuhören – Denn die Fans geben ehrliches Feedback

Dabei sollte auch ein Autor den Netzwerkgedanken, der den sozialen Medien zugrunde liegt, nicht vergessen. Sharing is caring.

Und ein Blog? Ist das Pflicht?

Aus oben genannten Gründen halte ich eine Facebook-Seite fast als Voraussetzung für Autorenmarketing im Web. Bei anderen Netzwerken bin ich eher zurückhaltender und/oder sogar skeptisch. So zum Beispiel bei einem Autoren-Blog.

Fragt mich jemand nach Social-Media-Strategie, dann sage ich immer: das Herzstück deiner Social-Media-Aktivitäten sollte ein Blog sein. Ich lese immer wieder den Satz: Your blog is your castle. Dem kann ich nur zustimmen. Dein Blog ist dein digitales Wohnzimmer. Hier kannst du schalten und walten, wie du es willst und bist sehr frei in der Form und Darstellung.

Jedes Netzwerk hat seine eigenen Grenzen und auch Regularien. Stelle dir vor, Facebook wird geschlossen. Von heute auf morgen können alle deine Kontakte/deine Community weg sein, wenn du dich ganz auf Facebook verlässt. Klingt sehr schwarzmalerisch, ist aber nicht undenkbar.

Ein Blog und Autoren passt für mich nicht unbedingt zusammen. Warum nicht? Eine gute Frage. Schreiben können sie, daran sollte es nicht scheitern. Ich frage mich allerdings, worüber sollten sie schreiben? Klar, alle Tipps, die ich oben für eine Facebook-Seite geschrieben habe, könnte man auch über Blogartikel realisieren. Aber: Facebook-Posts sollten in der Regel kurz und knackig sein, Blogartikel aber eher umfangreicher. Haben die Autoren auch noch für Blogartikel Zeit, wenn sie mitten in einem Schreibprojekt sind? Ich vermute eher weniger. Es gibt auch Autoren, die während einer Schreibphase ganz abtauchen und es dann auch ruhig bei Facebook wird. Ein Blog läge dann ebenso brach.

Es gibt unterschiedliche Ansichten, in welcher Frequenz man neue Blogartikel veröffentlichen sollte. Qualität geht natürlich vor Quantität, aber Regelmäßigkeit sollte es im Blog geben.

Gibt ein Autor nun mithilfe eines Autorenblogs Schreibtipps, Schreibanleitungen usw. hat das ja weniger mit seinen Werken zu tun, sondern eher geht es darum seine Expertise darzustellen und für andere zugänglich zu machen. Dann hat er bei einem Blog aber auch eine ganz andere Zielgruppe. Dahinter steckt aber wiederum eine ganz andere Motivation und ist eventuell ein weiteres Standbein neben dem Schriftstellersein.

Und wie macht man dann auf sein Blog am besten aufmerksam? Z.B. mit Hilfe von Social Media und dann sind wir auch wieder bei Facebook und Co. Auch bei einem Blog kommt man dann meist an den anderen Netzwerken nicht vorbei.

Fazit

Autorenmarketing im Web ist heutzutage unerlässlich und aus meiner Sicht möglich, um im großen Schriftstellerbecken von seinen Lesern gesehen und gefunden zu werden.

Ich, und das ist ganz subjektiv, brauche Autorenblogs nicht, freue mich aber die Autoren, auf Facebook zu treffen. Dort interessante Hintergrundinformationen zu den Werken, zum Schreibprozess oder zur Person selbst zu bekommen, ist eine Bereicherung neben dem Buch. Autorenprofile auf der Verlagsseite sind informativ, aber nicht persönlich.

Die Social Media Aktivitäten der Autoren sollten zumindest fast immer einen Mehrwert haben, mit Eigenmarketing sollte dosiert umgegangen werden und die Inhalte sollten auf die jeweiligen Netzwerke angepasst sein. Nichts ist schlimmer als wenn auf der privaten Profilseite des Autors und seiner Fanpage genau das Gleiche gepostet wird oder wenn Facebook-Posts automatisch bei Twitter getweetet werden. Autsch!

Kennt ihr Autoren, die auch ein Blog betreiben? Oder seid ihr bei Facebook-Fan von Autorenseiten? Dann würde mich doch einmal interessieren, wer es aus eurer Sicht besonders gut macht und warum?

PS: Aufgrund der besseren Lesbarkeit habe ich in meinem Beitrag auf die weibliche Form verzichtet.

 

Juliane Benad

Hallo, ich bin Juliane und ich schreibe euch hier über Einsatz von Social Media für dein Business. Ihr findet mich auch auf Twitter, Facebook und Google+
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